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Lehm lässt sich immer wieder verwenden

Der geringe Primärenergieaufwand lässt sich noch verbessern durch seine mehrfache Verwendung.
Lehm bindet nicht chemisch ab und wird mit Wasser vermischt wieder zu neuem Baustoff.

Odoo • Ein Bild mit einer Bildunterschrift
 

Grenzenloses Recycling – zudem mit vollkommen unschädlichen Werkstoffen: der Traum eines jeden Menschen mit einem ökologischen Verständnis und einem klugen Ressourcenbewusstsein. Lehm macht’s möglich! Dadurch, dass Lehm lediglich durch ein physikalisches Trocknen aushärtet, statt (wie Kalk) chemisch abzubinden, lässt er sich immer aufs Neue wieder verarbeiten. Ganz einfach und logisch: Es ist egal, ob der Lehm, zu Putz verarbeitet und aufgetragen, absichtlich aushärtet oder ob das versehentlich passiert, indem ein Big Bag mit Lehm in der Scheune steht, dort vergessen wird und irgendwann vollkommen ausgetrocknet geborgen wird. Beides lässt sich immer wieder mit Wasser zu einer Mumpe mischen und als Mörtel oder Putz verwenden. Voraussetzung ist lediglich, dass der Lehm nicht unabsichtlich verunreinigt oder mit einem nicht mehr taufrischen Zuschlag versehen ist. Das ist besonders bei organischen Leichtzuschlägen wichtig: Ein trockener Strohlehm lässt sich, genau wie die pure Version, wiederverwenden. Ist der pflanzliche Zuschlagstoff jedoch fermentiert oder schimmelig, ist eine Zweitverwendung leider nicht möglich. Bei recycelten Leichtlehmen ist noch genauer auf eine ordentliche Trocknung zu achten.
Früher baute man Häuser aus den Baustoffen, die man vor Ort fand. Lehm ist ein weltweit eingesetzter Baustoff und er sieht überall ein wenig unterschiedlich und folglich regionaltypisch aus. Um also den Lehmputzen oder Stampflehmböden historischer Gebäude die richtige – also ursprüngliche – Farbe zu verpassen, ist es gerade im Denkmalschutz und bei der Sanierung Usus, die historischen Lehme wiederzuverwenden.