Lehm konserviert Holz

Die Ausgleichsfeuchte des Lehms ist so gering, dass er dem Holz immer die Feuchtigkeit entzieht.
Ein perfekter Schutz für das Holz vor Schädlingen oder Pilzen.

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Lehm ist ein diffusionsoffener Baustoff, das heißt, dass er Feuchtigkeit zieht, wo immer er ihrer habhaft wird. Das funktioniert nicht nur bei der Regulierung der Raumluft-Feuchtigkeit, sondern auch ganz unmittelbar bei der Kombination der Baustoffe Lehm und Holz. Mauert man beispielsweise einen Holzrahmenbau mit Lehmsteinen aus, ist der direkte Kontakt von Lehm und Holz keineswegs schädlich, ganz im Gegenteil: Man sorge dafür, dass der Lehmmörtel möglichst viele Berührungspunkte mit dem Holz hat.
Holz und Lehm sind optimale Partner im ökologischen Bauen. Der Lehm schützt das Holz auf ganz natürliche Weise vor Nässe und damit auch vor Holzschädlingen, die feuchte Hölzer lieben, vor Schimmel und anderer Gammelei. Grund dafür ist die Struktur der Tonmineralien. Ton besitzt ein superfeines, mehrschichtiges Kristallgefüge, an dessen verhältnismäßig großer Fläche sich extrem viele Wassermoleküle anlagern können: Ein Gramm Ton besitzt etwa 800 m² Oberfläche.
Ist das Holz feucht, das sich in unmittelbarem Kontakt mit dem Lehm befindet, so entzieht der Lehm kraft seiner Diffusionsfähigkeit die Feuchtigkeit. Aus dem Holz dringen so lange Wassermoleküle in die Kapillaren des Lehms ein, bis es trocken ist und keine Moleküle mehr abgeben kann. Enthält das Holz viel Feuchtigkeit (oder wird es aus irgendeinem Grund immer wieder feucht), geschieht dieser Prozess so lange, bis die ersten Wassermoleküle auf der Außenseite der Wand angekommen sind, wo sie vom Wind weggetrocknet werden: Ein kapillarer Sog entsteht, das Holz wird dauerhaft zuverlässig entfeuchtet.